Alles fließt und nichts bleibt.

Heraklit

 

 

 

Er blickte über das Meer und wußte, wie allein er jetzt war.
Aber, er konnte die Lichtbrechungen in dem tiefen, dunklen Wasser sehen und die vorwärtsziehende Leine und das seltsame Wellenspiel der Windstille.
Die Wolken verdichteten sich jetzt unter dem eindringenden Passatwind, und er blickte geradeaus und sah eine Schar von Wildenten, die sich über dem Wasser gegen den Himmel abzeichneten, dann verschwammen und sich dann wieder abzeichneten, und er wußte, daß man auf See niemals allein war.

Ernest Hemingway

Der alte Mann und das Meer


 

„Ab da höre ich nicht mehr zu, weil mir plötzlich dieser Geruch der Holzbohlen und des Meeres in die Nase steigt, und ich denke daran, wie ich als kleines Kind immer hierher gekommen bin, und beim ersten Tag [... ] war das immer der schönste Geruch: Wenn man das Meer lange nicht gesehen hatte und sich riesig darauf freute und die Holzbohlen durch die Sonnenstrahlen so einen warmen Duft ausgeströmt haben. Das war ein freundlicher Geruch, irgendwie verheißungsvoll und, na ja, warm. Jetzt riecht es wieder so, und ich merke, wie ich fast ein bisschen heulen muss, also zünde ich mir schnell eine Zigarette an und fahre mir mit dem Ärmel meines [... ] Mantels über die Stirn.“

Christian Kracht

Faserland


 

Meeresstrand

[...]

 

Ich höre des gärenden Schlammes

Geheimnisvollen Ton,

Einsames Vogelrufen -

So war es immer schon.

 

Noch einmal schauert leise

Und schweiget dann der Wind;

Vernehmlich werden die Stimmen,

Die über der Tiefe sind.

 

Theodor Storm

Gedichte, Erstes Buch


Für die wundervollen Fotos auf dieser Seite bedanken wir uns ganz herzlich bei Sabine von Bassewitz! All rights reserved.